IT-Entwicklung: Outsourcing vs. Outstaffing – Was ist der Unterschied?

Beim Outsourcing der Software-Entwicklung beauftragt ein Unternehmen ein anderes mit der Durchführung eines Digitalisierungsprojekts als Gesamtpaket. Beim Outstaffing ergänzt ein Unternehmen sein internes Entwicklungsteam mit den Entwicklungsleistungen eines Remote-Teams. Feras Tanan, Leiter des Outstaffing bei L-One Systems, liefert eine Übersicht der wichtigsten Unterschiede.

Wie die Programmierung von Software am besten ausgelagert werden kann

Die Softwareindustrie wächst. Betrug der Umsatz der Branche im Jahr 2010 in Deutschland 15,6 Milliarden Euro, so wird für 2020 mit 27,6 Milliarden Euro beinahe eine Verdopplung erwartet1. Der IT-Markt sucht Arbeitskräfte. Die Suche nach Mitarbeitern für die IT-Abteilung, die gut ausgebildet und gleichzeitig erschwinglich sind und zum Unternehmen passen, bereitet den Personalern zunehmend Kopfschmerzen. Immer häufiger lagern Unternehmen jeder Größe, die Entwicklung der benötigten Lösungen aus. Unterschiedliche Modelle befassen sich mit der Delegierung der Entwicklung von Softwarelösungen von einem Unternehmen an ein anderes. Outsourcing und Outstaffing sind zwei grundlegend verschiedene Konzepte, die man zur Entscheidung über die Auslagerung von IT-Entwicklung heranziehen sollte.

von Feras Tanan

Head of Outstaffing at L-One Systems Feras Tanan with team members
Feras Tanan, seit 2018 Leiter des Outstaffing-Teams, verfügt über IT-Abschlüsse der Universitäten Damaskus und Darmstadt. Er lebt seit 2015 in Darmstadt und betreut von dort aus die L-One Mitarbeiter in Damaskus.

Outsourcing

Beim Outsourcing der Software Entwicklung beauftragt ein Unternehmen ein anderes Unternehmen, ein Projekt von A bis Z durchzuführen. Der Auftraggeber ist nicht am Entwicklungsprozess beteiligt. Er leitet weder das Entwicklerteam noch überwacht er den Entwicklungsprozess oder löst, falls sie auftreten, technische Schwierigkeiten. Am besten eignet sich dieses Vorgehen für nicht-technische Unternehmen ohne Inhouse Know-how. Die fertige Lösung wird eingekauft.
Das Unternehmen kann mit einem IT-Projektmanager eine operative Schnittstelle zum Outsourcing-Anbieter einrichten und sich regelmäßig mit Updates versorgen.

»Das gesamte  Management um die Einstellung, Führung und Schulung liegt in der Verantwortung des Dienstleisters. Für Outsourcing wie für Outstaffing.«

Lionel Born, Gründer und CEO von L-One Systems

Vor Beginn eines IT-Projekts sollten die Argumente für oder gegen Outsourcing und Outstaffing geprüft werden. Dies kann entscheidend zum Erfolg des Projekts beitragen.

Pro Outsourcing

    • kein Managementaufwand für Rekrutierung, Verwaltung, Schulung oder andere HR-Aktivitäten, die der Kunde benötigt
    • keine technische Überwachung durch den Auftragnehmer erforderlich, Kauf des Endprodukts
    • Die Verwendung der neuesten Technologie während der Entwicklung ist garantiert, da der Outsourcing-Anbieter ein spezialisiertes IT-Unternehmen ist.

Kontra Outsourcing

    • Dem Kunden entstehenfür das Outsourcing höhere Kosten als für das Outstaffing
    • keine direkte Kontrolle über Entwicklerteam und Entwicklungsprozes
    • keine innerbetriebliche Knowhow-Entwicklung für Software-Lösungen

Outstaffing

Beim Outstaffing verfügt das Unternehmen über ein internes Entwicklerteam, das es um die Entwicklungsdienstleistungen des Outstaffing-Dienstleisters erweitert. Der Kunde schließt mit dem Outstaffing-Dienstleister einen Vertrag über die Bereitstellung von Software, programmiert durch Remote-Entwickler ab. Wie beim Outsourcing, besteht auch beim Outstaffing keine Notwendigkeit, eigene Mitarbeiter zu beschäftigen.

Der Outstaffing-Dienstleister übernimmt die Personalverwaltung. Der Auftraggeber stellt das Remote-Team aus einer Vorauswahl zusammen und leitet die Remote-Entwickler. Das Remote-Team verstärkt das Team des Auftraggebers für den vereinbarten Zeit- und Projektrahmen. Die Strukturierung des Entwicklungsprozesses und die Verteilung der Aufgaben an die Remote-Entwickler erfolgt durch den Outstaffing-Kunden. Alle anfallenden HR-Aufgaben werden vom Outstaffing-Auftragnehmer übernommen.

Outstaffing Prozess Grafik L@One
Beim Outstaffing sind die Inhouse-Entwickler des Auftraggebers direkt mit dem Entwicklungsteam des Auftragnehmers verbunden – Vorraussetzung für eine enge und produktive Zusammenarbeit
Unternehmen arbeiten zunehmend mit Outstaffing-Teams, anstatt Entwickler selbst einzustellen. Die Auslagerung des zeitaufwendigen Organisationsmanagements für die zusätzlichen Entwickler entlastet zum einen das eigene Personalmanagement: Rekrutierungsverfahren entfallen ebenso wie Onboarding, Schulung, Lohn- und Gehaltsabrechnung, die Sicherstellung der Mitarbeiterzufriedenheit – und nicht zuletzt die Fixkosten. Auf der anderen Seite bedeutet der Outstaffing-Prozess, dass hochqualifizierte, aber bezahlbare Entwickler sehr schnell verfügbar sind.

Vor- und Nachteile von Outstaffing

  • Seriöse Anbieter von Outstaffing-Dienstleistungen bieten Zugang zu einem großen Pool von zertifizierten Entwicklern mit einer Vielzahl von Spezialgebieten, wie  (IT-Stacks). Dazu gehören solide Programmierkenntnisse für die Entwicklung von Web- oder App-Anwendungen.

Pro Outstaffing

    • keine Rekrutierung, Ausbildung, Verwaltung und andere HR-bezogene Aktivitäten, die der Kunde benötigt
    • Im Vergleich zum Outsourcing fallen für den Kunden geringere Kosten für die Personalbesetzung an
    • direkter Zugang und Kontrolle über das Entwicklungsteam und den Entwicklungsprozess
    • Erhöhung des internen Know-hows

Kontra Outstaffing

    • Zusätzlicher Aufwand für die Einrichtung eines Entwicklungsprozesses, der sowohl vom internen als auch vom externen Entwicklungsteam verfolgt wird und bei dem beide produktiv ineinandergreifen.
Head of Outstaffing bei L-One Systems Feras Tanan
Das Outstaffing-Team in Darmstadt besteht aus erfahrenen IT-Entwicklern, die den L-One Kunden qualifizierte Entwickler aus dem Offshore-Team zur Verfügung stellen

Outsourcing und Outstaffing bei L-One

Unsere Kunden profitieren bei der Abstimmung von Prozessen bei ihrer internen und externen Entwicklern von unserer langjährigen Erfahrung als IT-Dienstleister. So stimmen wir unsere Kommunikationswerkzeuge mit denen unserer Auftraggeber ab: zum Beispiel mit zeitgemäßen Programmen wie Slack, Microsoft Teams (einschließlich der verschiedenen Microsoft 365-Anwendungen), Trello, JIRA, Bitbucket und zusätzlicher Kollaborationssoftware, die die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Standorten vereinfacht.

Darüberhinaus können unsere Kunden Weiterbildungsschwerpunkte für ihre externen Entwickler festlegen. 

»Manche unserer Kunden bezeichnen das L-One Outstaffing-Team als „unsere Mitabeiter“. Darüber freuen wir uns. Das ist unser Ziel.«

Valerie Dietsche, Customer Relationship Manager bei L-One Systems, Darmstadt

Bei Outsourcing- und Outstaffing-Projekten werden in der Regel Teams eingesetzt, die remote arbeiten. Der Anbieter muss sicherstellen, dass dies die Qualität der angebotenen Dienstleistung nicht beeinträchtigt und dass er nie die Kontrolle über das Offshore-Team verliert. Wir bei L-One bezeichnen unsere Outsourcing- / Outstaffing-Dienstleistungen daher als Made in Germany. Wir legen großen werd darauf, die Qualitätsansprüche an uns und unsere Dienstleistungen zu erfüllen.

Datenschutz, Sicherheit, Verfügbarkeit und Kommunikationskompetenz sind verankerte Schlüsselkonzepte, die unser Offshore-Team engagiert umsetzt. Wir verfügen über entsprechende Richtlinien und Protokolle, um sicherzustellen, dass diese Werte stets umgesetzt werden.

Sie möchten ein Software-Projekt vorantreiben, ohne Neueinstellungen vorzunehmen? Um herauszufinden, welche der Optionen Outsourcing, Outstaffing – oder eine Mischform – zu Ihrem Projekt und Ihrem Unternehmen passt, empfehlen wir ein Gespräch mit unseren Experten.

Quellen & Links